Das Naherholungsgebiet zwischen dem Zürichsee und dem Toggenburg 800 m. ü. M.
Im Cholloch Ricken befindet sich einer der bedeutendsten Schiessplätze der Schweizer Armee. Vor dreissig Jahren verkauften die Bauern den Boden, welcher schon früher für Manöver und Übungen genutzt worden war. Das Cholloch ist insofern ein Glücksfall für die Armee, als sich das Gelände ideal präsentiert und ohne Auflagen auskommt. Seit der Übernahme des Bodens ist viel Neues entstanden: die Unterkunft bietet hundert Schlafplätze, eine Küche und vieles mehr. Die Rickner geniessen ziviles Gastrecht im Schützenstand, und auch für die Pächter ist investiert worden: Der Kuh- und Schafstall präsentiert sich modern und bietet den Tieren eine optimale Unterkunft. Einzigartig in der Schweiz: das Armee-Restaurant Hüttenberg, welches kürzlich neu eingerichtet wurde. Umgekehrt ist das Übungsareal für die Region von Nutzen: Obwohl das Cholloch dem Militär nur als Notunterkunft oder als Kurzaufenthaltsort dient, profitieren die Rickner in wirtschaftlicher Hinsicht von den Gästen, welche entweder in Wattwil oder in St. Gallenkappel stationiert sind. Der Schiessplatzbetrieb ist diszipliniert und sauber und somit eine Bereicherung für Ricken.
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Heidelbeerwein und Torfwasserliqueur
Historisch hat das Dorf Ricken einiges zu bieten. Bereits im achten Jahrhundert bestand nachweislich Verkehr über den Ricken, da Grundbesitze des Klosters St. Gallen die Verbindung zum Gebiet um Uznach erforderten. Mit der Gründung von Lichtensteig und Uznach im Jahre 1228 wurde der Übergang Ricken noch bedeutender. 1468 wurde das Toggenburg der Fürstabtei St. Gallen zugeschieden. Uznach und Gaster hingegen waren Untertanengebiete von Schwyz und Glarus. Der Rickenbach, welcher noch heute die Bezirke Neutoggenburg und See trennt, bildete die Grenze zwischen diesen beiden Gebieten. Urkundlich erwähnt wurde der Namen Ricken erstmals im Jahre 1471. Nach Verhandlungen, massiven Auseinandersetzungen und dem Toggenburgerkrieg beschloss der Toggenburger Landrat 1786 eine Verbindung von Wattwil nach Ricken zu bauen. So wurde schliesslich im Jahre 1788 eine durchgehende Fuhrwerkstrasse von Wattwil bis Uznach fertig gestellt. Noch Anfang des 20. Jahrhunderts wurde die Rickenstrasse mit der Postkutsche passiert.
Ein spezielles Stück Geschichte ist die «Ansichtskarte aus dem Jahre 1907, ergänzt mit Zahlen und Text zur Zukunftssicherung von Ricken». Gemäss diesem «Werbeprospekt» soll es in Ricken «Kurhaus und Bäder, reelle Getränke, Spezialität: Heidelbeerwein und Torfwasserliqueur» geben. Weitere Visionen: «Massenquartier für Sommerfrischler», «Beliebiege Weiterbeförderung per lenkbarem Luftschiff à la Zeppelin» oder eine «Drahtseilbahn nach Regelstein (Aktien sind noch zu haben)». Aus Alt wird Neu: Historisches rund um das Dorf Ricken findet man, unserer Zeit angepasst, auf der Homepage von Ricken unter www.ricken.ch. Dort erfährt man auch, dass mit dem Bau der Kirche 1783 begonnen wurde und dass die katholische Kirchgemeinde heute noch die einzige eigenständige Körperschaft im Dorf bildet. Schulgemeinde, Wasserversorgung und Feuerwehr sind von Wattwil her organisiert.


